Was treibt einen an, die Sicherheit gut bezahlter Arbeitsplätze, die Wohnung, die Nähe von Familie und Freunden und das in Summe doch recht angenehme Leben in Deutschland aufzugeben und sich einem Leben hinzugeben, das sich in räumlicher Enge und unter häufig widrigen Bedingungen (Wind, Wellen, Regen, Versorgung, Instandhaltung des Schiffes etc.) abspielen wird?
Unsere Welt bietet viel zu viele wunderbare Gegenden, als dass wir unseren Horizont auf unsere angeborene Heimat beschränken könnten. Wir wollen auf LA GITANA die Welt mit all ihren Schönheiten erkunden und uns selbst von ihrer Größe überzeugen.
Der Großteil unseres Planeten ist von Ozeanen bedeckt und die unberührtesten Gegenden sind auch heute noch nur per Schiff zu erreichen. Was liegt also näher, als sich die Welt an Bord eines Segelschiffes zu erarbeiten und so auch die Chance zu haben, Inseln wie die Aleuten oder die Atolle im Pazifik zu erkunden.
Eine Weltumsegelung bedeutet nicht, möglichst viel und möglichst schnell zu segeln (das machen Leute wie Ellen McArthur, vor denen wir den höchsten Respekt haben). Für uns bedeutet Fahrtensegeln insbesondere längere Liegezeiten in Ankerbuchten vor touristisch wenig erschlossenen Dorfgemeinschaften. Das bietet uns die Möglichkeit, mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen und so unsere Sichtweise auf die Dinge zu erweitern. Aber auch das Kennenlernen anderer Segler führt sicher zu interessanten Erfahrungen.
Wie bei nichts anderem haben wir festgestellt, dass wir beim Segeln in Kontakt mit der Natur treten und im Einklang mit der Natur leben. Ein Großteil des Lebens an Bord eines Segelschiffes spielt sich außerhalb geschlossener Räume ab. Nicht der tägliche Terminkalender bestimmt den Tagesablauf, sondern man richtet sich nach Wind und Wetter und ist gezwungen, sich mit diesen Naturgewalten auseinanderzusetzen. Es lässt sich nichts erzwingen, wie wir in unserer hochtechnisierten und vollklimatisierten Welt heute glauben. Der morgendliche Sprung ins Meer bringt einem die Flora und Fauna des Meeres nahe. Man läuft einsame, unverbaute Ankerbuchten an und geniesst die unberührte Natur.
Voraussetzung hierfür ist allerdings aus unserer Sicht, dass man sich von der heute inzwischen etwas ausgetreten Barfußroute entfernt.
Last but not least ist es trotz moderner Navigationsausrüstung, hochseetauglicher Schiffe und satellitengestützer Seenotfunkbaken heute noch so wie vor 200 Jahren: Egal wie viele Segelschiffe schon eine Route bewältigt haben – sie hinterlassen keine Spuren im Meer und jeder Weg, jede Atlantik- oder Pazifiküberquerung, jede Weltumsegelung ist daher einzigartig, herausfordernd und ein großes Abenteuer.
Wir segeln nicht los, weil wir uns in Deutschland verkracht hätten oder mit dem System oder anderen Dingen unzufrieden wären. Wir wollen auch nicht dem Stress entfliehen, denn wir sind überzeugt davon, dass eine Weltumsegelung häufig auch Stress bedeutet. Wir kehren nichts den Rücken zu, sondern wenden uns bewusst nach vorne. Unser Ziel und Wunsch ist es daher auch, die Welt als ganzes zu umrunden und schließlich, bereichert mit tausend neuen Eindrücken und Erfahrungen, wieder in Deutschland anzukommen.
