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Freitag 16. Juli 2010

Ganz nett hier

Unser Standort: In der Marina von Vuda Point, Viti Levu, Fiji

 

Unser erster Weg führt uns heute ins Fiji Museum, schließlich wollen wir auch etwas "Kultur" in Suva abbekommen. Und das Museum ist ganz nett, mit einigen Bruchstücken von Lapita-Töpfereien und dem Ruder der HMS Bounty. Außerdem dient ein großer Saal dazu, die grandiose Seemannschaft der Polynesier und Melanesier zu zeigen. Hier steht aufgebockt das größte erhaltene seegehende Kanu Fijis. Der lange Rumpf heißt auf polynesisch Cata, der kürzere Mara. Da weiß man doch wenigstens woher der Name Katamaran kommt.

 

Es ist wirklich beeindruckend wie kunstvoll die Fijianer ihre riesigen, bis zu 36m langen Kriegskanus gebaut haben. Ganz ohne Metall, alles nur zusammengebunden! Leider ist das ausgestellte Modell nicht mal halb so lang wie das größte je gebaute. Und schade, dass diese Bootsbau- und Seefahrtskunst praktisch völlig ausgestorben ist. Heute gibt es keine Krebsscherensegel mehr, sondern Yamahas.

 

Wir haben uns inzwischen recht gut mit Suva und seinem Autoverkehr und -lärm angefreundet. Überall stehen zwischen den moderneren Häusern schöne Holzhäuser aus der Kolonialzeit. Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch das letzte abgebrannt oder durch einen nichtssagenden Betonklotz ersetzt ist.

 

So flanieren durch die gut bevölkerten Strassen und Gassen, geniessen hin und wieder einen Cappuccino in einem der zahlreichen starbucks-ähnlichen Kaffeehäsuern und kaufen ein, was uns unter die Finger kommt: Badeshorts, T-Shirts, Flip-Flops, Kuchenformen, Vollkornmehl, Angelausrüstung, Stoffe, Shampoo und Malariaprophylaxe.

 

Dabei lernen wir eine Apothekerin kennen, die uns ohne Rezept mit Doxycyclin und Lariam versorgt. Als wir uns unterhalten stellen wir fest, dass die Dame, eine Palagi, mit einem Mann aus Vanuabalavu verheiratet ist. Natürlich dreht sich das Gespräch gleich um diese wunderschöne Insel in der Lau-Gruppe, vor der wir letztes Jahr so lange gelegen haben. Die Apothekerin und ihre Familie hatten Glück. Ihr Haus ist von Hurrican Tomas verschont geblieben. Aber ansonsten war die Verwüstung wohl recht stark.

 

Bild des Tages:

 

Fijis größtes erhaltenes seegehendes Kanu hat seine letzte Ruhestätte im Fiji Museum gefunden. Schade, dass diese Kunst verloren ging. Aber wir hoffen auf die Marshall-Inseln. Dort sollen noch immer die Kanus über die Lagunen flitzen