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Freitag 30. Juli 2010

Ausflug dank TFL

Unser Standort: An einer Boje in Muscet Cove, Malolo Lailai Island, Mamanucas, Fiji

 

Heute haben wir so ein richtiges Touri-Programm gemacht und sind mit dem Resort-eigenen Motorkatamaran ans Festland rüber gefahren. Nicht dass wir da nicht gerade hergekommen wären. Aber dank TFL (Fiji Telecom) durften wir nun nochmal aufs "Mainland".

 

Wie ist das passiert? Ganz einfach. Fiji ist gerade dabei, internationale Telekommunikationsrichtlinien umzusetzen. Und die beinhalten eben, dass zur Kontrolle von Geldwäsche, Drogen-, Waffen- und sonstigen schmutzigen Geschäften, die Identität jedes Mobiltelefoninhabers nachgewiesen werden muß. Das war bisher hier nicht so, weshalb in den letzten beiden Monaten die großen Mobilfunkanbieter überall ihre Leute hingeschickt haben, um ihre Kunden nachträglich zu registrieren. So passiert bei unserem Vodafone-Handy. Kein Problem.

 

Nicht so auf Zack war dagegen TFL. Wie in allen althergebrachten staatlichen Post- und Telekomunternehmen weltweit wird halt auch bei TFL der Beamtenschlaf gehalten. Und so kam vorgestern etwas überraschend eine Text-Nachricht auf unser TFL-Handy, das wir für Internet nutzen. Tenor: Wir müssen uns bis Samstag registrieren lassen, sonst sperren sie das Telefon. Fantastisch!

 

Dafür haben wir nun wenigstens auch noch Port Denarau in Augenschein nehmen dürfen. Unfassbar, was für ein Kunstprojekt hier hingestellt wurde. Künstliche Inseln, Golfplatz, Dutzende Resorts, Luxusvillen im Wert von 1 Mio. Euro aufwärts, eine kleine Marina, eine Shopping Mall etc. Künstliche Touri-Atmosphäre hoch zehn. Der ganze Komplex könnte irgendwo auf der Welt stehen, so langweilig und international standardisiert sieht es hier aus.

 

Das beste ist aber, dass das kein Privat- oder staatliches Investment ist. Nein. Der ganze Komplex wurde aus dem Fond der Methodisten-Kirche Fijis bezahlt! Noch Fragen? Die Fijianer, die kaum mehr als 2 Euro in der Stunde verdienen - wenn sie überhaupt Arbeit haben - spenden ihr bescheidenes Einkommen an die Kirche. Und die kann sich hier eine Multi-Millionen-Investition leisten... Wäre interessant zu erfahren, ob die Rückflüsse in irgendeiner Form den Gemeinden zu Gute kommen?

 

Bild des Tages:

 

Port Denarau - nichtssagender Touristenkomplex im Besitz der Kirche! Wahrscheinlich haben sich die Priester gedacht, wenn die katholische Kirche schon einen eigenen Staat hat, die Mormonen einen "eigenen" US-Bundesstaat dominieren und dabei sind, Samoa zu übernehmen, dann wollen wir wenigstens ein eigenes Disney Land in Fiji.